Kurzbiographie

Prof. Dr. jur. Karl Bernhard Arwed Emminghaus



Dr. Karl Bernhard Arwed Emminghaus


22.8.1831 geboren in Niederrossla bei Weimar als 3. von 4 Geschwistern,
Eltern : Dr. jur. Justus Christian Bernhard Emminghaus und Amalie Selma, geb. Sturm
Grundschule in Berka, Ausbildung teilweise durch Hauslehrer,
4 Jahre in der von Fröbe aufgebauten und geleiteten Schule in Keilhau bei Rudolstadt,
ab Secunda Gymnasium in Weimar, dort Ostern 1851 Abitur mit Note 1,
Studium von Jurisprudenz und Kameralistik in Jena,
dazwischen 1 Jahr praktische Tätigkeit in der Landwirtschaft
Frühjahr 1855 Promotion und 1. Juristische Staatsprüfung
Akzessist (Referendar) im Grossherzoglich Sächsischen Staats-Ministerium,
in den Departments der Finanzen und des Inneren in Weimar
bis Frühjahr 1856 : Kameralistische Staatsprüfung
während der Akzessistenzeit viele vergebliche Versuche,
eine feste Stelle im Staatsdienst zu erhalten;
kommissarischer Direktor der Landes-Zentral-Baumschule,
sowie Sekretär der Landwirtschaftlichen Vereine
des Grossherzogtums Sachsen-Weimar.
31.8.1858 Arwed Emminghaus scheidet aus dem Staatsdienst aus,
behält aber ausnahmsweise das Recht, wieder einzutreten;
er erhält ein sehr lobendes Arbeitszeugnis.
1.9.1858 Eintritt bei der Dresdener Feuerversicherung

1858 - 1859

Bern / Schweiz

19.11.1858 Leiter der Schweizer Vertretung in Bern
Hauptaufgabe: Aufbau und Organisation des Versicherungsgeschäftes in der Schweiz
10.5.1859 Heirat mit Karoline Luise Alberti in Hohenleuben bei Gera

1859 - 1861

Dresden

1.9.1859 Tätigkeit in der Zentrale der Dresdener Feuerversicherung :
er leitet dort ein eigenes Büro
1.3.1860 Geburt des Sohnes Gustav Ernst Bernhard Otto in Dresden
30.9.1861 Arwed Emminghaus scheidet bei der Dresdener Feuerversicherung aus
Veröffentlichung : "Die Schweizerische Volkswirtschaft" (2 Bände, Leipzig 1860 u. 61)

1861 - 1866

Bremen

Herbst 1861
bis 1866
Leiter (Redakteur) des "Bremer Handelsblatt" als Nachfolger Victor Böhmerts
Mitgliedschaft im "Kongress Deutscher Volkswirte" (gegr. 1858);
Mitarbeit im "Deutschen Nationalverein"; u.a. mit Böhmert, Lammers, Miquel
Veröffentlichung, zusammen mit seinem Freund und Schwager Graf Armin zur Lippe-Weissenfeld:
"Lehrbuch der allgemeinen Landwirtschaft, nach Friedrich Gottlob Schulzes System
und unter Benutzung des handschriftlichen Nachlasses des Verstorbenen bearbeitet" (Leipzig 1863)
6.12.1861 Geburt der Tochter Agnes in Bremen
8.7.1863 Die Tochter Agnes stirbt
1863 Mitbegründer des "Bremer Verein zur Rettung Schiffbrüchiger",
dessen Schriftführer bis 1865
4.1.1864 Geburt der Tochter Elisabeth in Bremen
29.5.1865 Gründung der "Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" in Kiel;
Sitz der Gesellschaft wurde Bremen;
zum Vorsitzenden wurde der Reeder Konsul Hermann Heinrich Meier aus Bremen,
zum Schriftführer Arwed Emminghaus gewählt
Herbst 1865 Berufung an die Polytechnische Schule zu Karlsruhe, heute Technische Hochschule,
auf den neu gegründeten Lehrstuhl für Wirtschaftslehre;
sein Nachfolger beim "Bremer Handelblatt" wurde ab April 1866 August Lammers

1866 - 1873

Karlsruhe

1866 - 1873 Professor für Wirtschaftlehre in Karlsruhe
Frühjahr 1866 Übersiedlung der Familie nach Karlsruhe
18.6.1866 Geburt der Tochter Margarethe in Karlsruhe
1866 Gründung der Baugenossenschaft für Lehrer und Beamte in Karlsruhe/Baden
Ziel : dem Personenkreis soll es ermöglicht werden,
"zu günstigen Konditionen ein eigenes gesundes Heim mit Garten zu erwerben"
Veröffentlichungen :
"Allgemeine Gewerkslehre" (Berlin 1868);
"Das Armenwesen und die Armengesetzgebung in Europäischen Staaten" (mit Anderen, Berlin 1870)
14.10.1868 Geburt des Sohnes Karl Ernst Bernhard in Karlsruhe
1870 / 71 Leitende Mitarbeit beim Badischen Männer-Hilfsverein,
ein Verein zur Unterstützung von Soldaten, Kriegsversehrter und Hinterbliebener
2.7.1870 Geburt des Sohnes Walter Arwed Eduard in Karlsruhe
5.10.1871 Geburt der Tochter Karoline Amalie Sophie in Karlsruhe
1873 Berufung zum Vorsitzenden Direktor der Gothaer Lebensversicherungsbank
auf Gegenseitigkeit - Lebensversicherungsbank für Deutschland

1873 - 1916

Gotha

1.4.1873 bis
1.7.1903
Direktor der Gothaer Lebensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit
Veröffentlichungen :
"Geschichte der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha" (mit Anderen, Weimar 1877);
"Ernst Wilhelm Arnoldi" (dem Gründer der "Gothaer") (Weimar 1878);
"Mitteilungen aus der Geschäfts- und Sterblichkeitsstatistik
der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha für die fünfzig Jahre 1829-1878" (Weimar 1878),
dieses Werk wurde Grundlage der Versicherungsstatistik;
diverse weitere Arbeiten über "Versicherung";
"Das neue Not- und Hilfsbüchlein" (Frankfurt /M 1888);
viele Artikel in Zeitungen über Versicherung und soziale Fragen;
Fest- und Gedenkreden, u.a. über Victor Böhmert zu dessen 80. Geburtstag, zu Arnoldi Gedenktagen
1.1.1875 Geburt des Sohnes Karl Bernhard in Gotha
1875 Gründung der Gemeinnützigen Gesellschaft; Vorsitz bis 1908
1884 Mitbegründer der "Mittwochsgesellschaft",
für populärwissenschaftliche und politische Vorträge und Diskussionen
1893 Gründung des "Liberaler Verein für das Herzogtum Gotha";
Mitbegründer des "Handelsvertragsverein" (Nachfolger des "Kongress Dt. Volkswirte")
1895 Gründung des "Gothaer Verein zur Wohnungshilfe", Vorsitz des Ausschusses bis 1914
1896 Initiative zur Gründung des "Verband Deutscher Lebensversicherungsgesellschaften",
Vorsitzender bis 1901
1897 Berufung zum Mitglied im Preussischen Versicherungsbeirat
1898 Das Komturkreuz Zweiter Klasse des Ernestinischen Hausordens
des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha wird ihm zum 25 jährigen Dienstjubiläum verliehen
1898 / 99 Initiativen zur Gründung des "Deutscher Verein für Versicherungswissenschaft"
1901 Mitarbeit am Reichsgesetz über die privaten Versicherungsunternehmen;
Mitglied des Beirats beim Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversicherung
1901 "Arwed Emminghaus-Stiftung" für gemeinnützige Zwecke,
eingerichtet mit Spenden zum 70.Geburtstag;
Verwendung der Mittel zur Unterstützung von Handwerkern in Gotha,
für Werkstatteinrichtungen, Fortbildung u.ä.
1.7.1903 Arwed Emminghaus scheidet bei der "Gothaer" aus.
Das Komturkreuz Erster Klasse des Ernestinischen Hausordens
des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha wird ihm verliehen
Veröffentlichungen :
"Zum Kapitel der Haushaltskosten" (1904);
Biographie "August Lammers" (Dresden 1908)
27.6.1906 Die Tochter Karoline Amalie Sophie, verh. Vanator, stirbt
16.4.1907 Die Ehefrau Karoline Luise stirbt
2.7.1910 Der Sohn Gustav Bernhard Otto stirbt
22.8.1911 Die Ehrenbürgerschaft der Stadt Gotha wird anlässlich des 80. Geburtstags verliehen;
Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha sendet sein Bild
als besondere Auszeichnung;
die "Grabenstrasse" in Gotha wird umbenannt in "Emminghaus Strasse"
1915 Ehrenmitgliedschaft der DGzRS zum 50. Jahrestag der Gründung
8.2.1916 Arwed Emminghaus stirbt in Gotha



A.E. gründete und unterstütze zahlreiche soziale
und gemeinnützige Einrichtungen, u.a. :

Zentralverein für das Wohl der arbeitenden Massen
Deutscher Verein für Armenpflege und Wohltätigkeit
Deutsche Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung
Deutscher Verein gegen Missbrauch geistiger Getränke
Gemeinnützige Gesellschaft :
Vereinigung gegen den Hausbettel, Vereinigung gegen das Borgunwesen,
Einrichtung regelmässiger Unterhaltungs- und Belehrungsstunden für Lehrlinge,
Bade- und Leseanstalt, Knabenhort, Initiative zur Übernahme des Elberfelder Systems
für die Armenpflege, Initiative zur Anstellung von Gemeindeschwestern
Gothaer Verein zur Wohnungshilfe

Die Bibliographie mit Arbeiten von und über Arwed Emminghaus ist hier zu lesen
über diese sind Kopien vieler Arbeiten als pdf-Dateien anzusehen.